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Yahoo vor einer Zäsur

Gepostet: 07.08.2012
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Der Suchmaschinenkonzern Yahoo steht vor einem grossen Umbruch. Der erste Schritt ist mit der Verpflichtung eines neuen CEO anfangs Monat getan. Kurz darauf hat der Yahoo-Gründer Jerry Yang den Hut genommen. Und nun soll der Weg für bedeutende Veränderungen geebnet sein.

Alles begann mit dem überraschenden Rauswurf von Carol Bartz im September letzten Jahres. In der Zwischenzeit hatte der Chief Financial Officer, Tim Morse, das Unternehmen geführt. Gleich anfangs Jahr folgte dann der nächste Paukenschlag: Für 27 Millionen US-Dollar hat Yahoo Scott Thompson vom Bezahlservice Paypal abgeworben. Der neue Chef ist dem Unternehmen so einiges Wert. Neben einer Million Jahresgehalt und mindestens einer Million zugesichertem Bonus, erhält Scott Thompson auch noch eine Entschädigung für verlorene Paypal-Zahlungen von 1.5 Millionen. Und so ganz nebenbei erhält er auch noch Aktienanteile von 22.5 Millionen. Eine stolze Summe.

In einem ersten Schritt sollen die Beteiligungen an der chinesischen Alibaba-Group verkauft werden. Yahoo besitzt 40 Prozent der Unternehmensgruppe. Vor wenigen Wochen war Alibaba noch im Gespräch für eine Übernahme von Yahoo. Diese Gerüchte sind nun vom Tisch, ganz offensichtlich möchte sich Yahoo auf das Kerngeschäft in den USA konzentrieren. Dieser Strategie stand Jerry Yang lange kritisch gegenüber. Als Student hatte Yang 1995 das Unternehmen gegründet und war Jahrelang der grosse Star bei Yahoo. Dies änderte sich spätestens als er ab 2007 das Unternehmen als CEO für zwei Jahre führte. Er geriet immer mehr unter Druck. Seither stand er bei Yahoo etwas auf dem Abstellgleis. Nun hat er sich zurückgezogen und gab sich versöhnlich: "Ich bin begeistert von der Berufung von Scott Thompson als Chief Executive Officer und seiner Befähigung, gemeinsam mit dem Führungsteam Yahoo in eine aufregende und erfolgreiche Zukunft zu führen", schrieb er in einem Brief an den Verwaltungsratschef Roy Bostock.

Kehrtwende ist dringend nötig
Nun tut Yahoo gut daran, an ihrer Strategie etwas zu ändern. Google hat die lilafarbene Suchmaschine längst überholt. Zwar konnte Yahoo den Rückgang an Marktanteilen mit der Microsoft-Kooperation und der daraus entstandenen Suchmaschine "Bing" kurzfristig stoppen, doch in den letzten Monaten verlor Yahoo weiter an Boden. In der Schweiz hatte Yahoo nie eine grosse Bedeutung. Zu gross ist die Dominanz von Google bei weit über 90 Prozent Marktanteilen. Aber zumindest in den USA hat Yahoo noch einen Marktanteil von knapp 15 Prozent, zusammen mit dem Partner Microsoft und dessen Suchmaschine "Bing" kommt das Unternehmen auf knapp 30 Prozent. Dennoch: Keine andere Suchmaschine hat im vergangenen Jahr so grosse Marktanteile eingebüsst - vielleicht kann Scott Thompson diese Entwicklung nun stoppen.

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