News

Wie Industrieunternehmen voneinander abhängig sind

Gepostet: 16.07.2020
Article Cover

Den Zulieferbetrieben ist es jetzt wichtiger denn je sich selbst als unverzichtbar zu beweisen. Gerade mit der forschreitenden Globalisierung. Der Merksatz, dass es immer jemanden gibt, der Teile günstiger herstellt, gibt es in so vielen Industriebereichen. Somit sind Industriunternehmen voneinander abhängig. Daher ist es wichtig, dass ein Zulieferbetrieb die höchstmögliche Qualität bietet.

Die Vorstellung, dass Fahrzeuge bekannter Autohersteller in einem einzelnen Werk gefertigt werden, ist überholt. Bevor ein Auto vom Band läuft, sind bereits unzählige Fabriken und Zulieferbetriebe involviert, ohne deren Komponenten das Auto niemals die Produktionshalle verlassen würde. In den Medien wird hin und wieder von Zulieferschwierigkeiten berichtet, beispielsweise, wenn ein Zulieferer bei einem Unwetter stark geschädigt wurde oder die Transportwege einbrechen. Es entstehen Lieferschwierigkeiten, die die Abhängigkeit der Industrie voneinander aufzeigt. Aber wie gelingt es einem einzelnen Unternehmen, sich so unentbehrlich zu machen, dass ohne seine Teile wortwörtlich die Bänder stillstehen? Dieser Artikel schaut sich das Thema genauer an.

Höchste Qualität bieten

Das wichtigste, auch in der heutigen Zeit ist, dass ein Zulieferbetrieb die höchstmögliche Qualität bietet. Nur qualitative Komponenten können nicht problemlos ersetzt werden. Diese Erfahrung machen auch Privatpersonen regelmäßig. Kaufen sie stets ein Produkt eines bestimmten Herstellers, weil sie mit diesem die beste Erfahrung machten, so sind sie enttäuscht, wenn sie aufgrund der fehlenden Verfügbarkeit auf die Produkte eines anderen Herstellers ausweichen müssen. Im industriellen Bereich herrscht keine Enttäuschung vor, sondern eine echte Problematik da die hohe Qualität auch weitere Bereiche abdeckt:

Passform – höchste Qualität bedingt, dass das Teil absolut der Norm entspricht und in Größe, Gewicht, Form und Aussehen nicht einmal im kleinsten Detail von der Norm abweicht. Solche Komponenten können nicht innerhalb kürzester Zeit an anderer Stelle gefertigt werden. Werden die Teile zudem aus speziellen Materialien oder Materialgemischen gefertigt, lässt sich die anderweitige Verfügbarkeit fast ausschließen.

Haltbarkeit – das Produkt hält aufgrund der hohen Qualität über einen langen Zeitraum. Insbesondere im Fahrzeugbau jeglicher Art, der schließlich Flugzeuge und Züge miteinbezieht, ist die Haltbarkeit ein Sicherheitsaspekt. Eine qualitativ minderwertige Schraube kann an der falschen Stelle zu einem Desaster führen.

Ein Beispiel für einen qualitativ hochwertigen Anbieter von Zubehörteilen ist das Unternehmen ROSTA, welches Gummifeder-Systeme für diverse Bereiche herstellt. Die Gummifedern beispielsweise vereinen mehrere Bauteile in einem Element. So können Torsionsfedern, Lagerungen und Dämpfer in einem Element integriert werden, was die Einsatzmöglichkeiten erhöht und vor allem Verschleißteile verhindert.

Schiere Größe

Auf der anderen Seite sind viele Zulieferbetriebe von den Großkonzernen abhängig. Während kleinere Sparten das gesamte Geschäftsumfeld darauf ausgelegt haben, beispielsweise die regionalen Betriebe mit Teilen zu beliefern, leben andere davon, für Großkonzerne zu arbeiten. Diese Abhängigkeit birgt Probleme:

Ausrichtung – schon durch die schiere Masse an Aufträgen und Nachfragen des Großkonzerns muss sich der Zulieferer auf diesen konzentrieren. Nur, wenn er selbst mehrere Fertigungshallen hat und eine Größe erreicht, die die parallele Bearbeitung von Großaufträgen erlaubt, schwindet die Abhängigkeit.

Abwanderung – sobald ein Großauftrag entfällt, wahlweise durch Konkurs des Großunternehmens oder auch durch dessen neue Ausrichtung und Umstieg auf Elektroantriebe, fehlen teils bis zu 100 Prozent der Einnahmen.

Mögliche Insolvenz – schafft es der Zulieferer nun nicht, anderweitig die offengewordenen Kapazitäten zu decken, ist die Insolvenz oft der einzig mögliche Schritt.

Je nach Zulieferbetrieb und der allgemeinen Verfügbarkeit der produzierten Stücke verliert der Zulieferer gegenüber dem Großunternehmen an Verhandlungspotenzial. Die großen Betriebe wissen oft, zu welchen Teilen sie einen speziellen Zulieferer auslasten, sodass dieser nur schwer Preise neuverhandeln kann. Die Problematik ist nur dann nicht gegeben, wenn der Zulieferer sein Alleinstellungsmerkmal mehrfach bewiesen hat.

Innovative Ansätze

In gewisser Weise ist es einer kleinen Werkstatt möglich, Großkonzerne von sich abhängig zu machen. Oft steckt im ersten Schritt nur eine gute Idee, die natürlich korrekt patentiert wird. Hat ein Zulieferer einen innovativen Ansatz und kann diesen effektiv für sich zum Vorteil nutzen, so macht er sich unverzichtbar. Aber welche Möglichkeiten sind dies?

Neuigkeit – entwickelt ein Unternehmen ein neues Bauteil, welches die alten Versionen qualitativ und in der Praxis in den Schatten stellt, so kann er dies für sich nutzen.

Kostensparend – hat ein Unternehmen die Möglichkeit, Bauteile zugleich kostensparender, doch für sich mit einer besseren Marge zu fertigen, so ist das ebenfalls ein Vorteil.

Vereinfachung – die andere Option sind Teile, die die gesamte Fertigung eines Fahrzeugs verkürzen. Entfällt auch nur ein einziger Produktionsschritt, so sinken für den Hersteller die Kosten und Fertigungszeiten. Ein Wechsel zum alten Bauteil wäre für den Autohersteller negativ, sodass er sich weiterhin an den Zulieferer wenden wird.

Natürlich ist es nicht einfach, ein Bauteil herzustellen, welches sonst niemand bietet oder welches nur von wenigen Unternehmen weltweit hergestellt wird. Zumeist lässt sich erahnen, dass der Herstellungsprozess überaus kostspielig und kompliziert ist, weshalb in der Vergangenheit etliche Zulieferer nach einer Kosten-Nutzen-Rechnung entschieden, dass es diese Investition nicht wert ist.

Wer nun allerdings mit einem innovativen Verfahren eben diese Probleme aushebeln kann, der hat die Möglichkeit, sich fest auf dem Markt zu etablieren und Großkonzerne fest an sich zu binden.

Trotz aller Innovation oder einer Senkung der Kosten bleiben die wichtigsten Kriterien für die eigene Unabhängigkeit jedoch bestehen: Qualität, Qualität und Qualität. Keine noch so positive und nützliche Idee hält Zulieferer dauerhaft auf dem Markt und sichert sie ab, wenn die Qualität das Produkts nicht stimmt oder mit der des Vorgängerprodukts mithalten kann. 

Fazit - unverzichtbar werden

Gerade durch die fortschreitende Globalisierung ist es für Zulieferbetriebe wichtiger denn je, sich selbst als unverzichtbar zu beweisen. In so vielen Industriebereichen gilt der Merksatz, dass es immer jemanden gibt, der Teile günstiger herstellt, was bedeutet, dass Zulieferer noch hochwertiger, noch innovativer und fortschrittlicher werden müssen. Gelingt es ihnen, Großunternehmen von sich selbst abhängig zu machen, ist nicht nur die Auftragssicherheit gegeben, sondern die Verhandlungsposition rund um die Preisgestaltung wird gleichfalls gestärkt.

LOKALE NEWS

Werbung