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Finanzwesen: Der Coronavirus-Lockdown treibt die Digitalisierung voran

Gepostet: 03.06.2020
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Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistungsunternehmen befinden sich bereits seit Längerem im Umbruch. Filialen und Schalter werden zunehmend durch digitale Kommunikationsmittel ergänzt. Durch die gegenwärtigen Pandemie-Auflagen erhält diese Entwicklung bei der Kundenbetreuung neuen Schub.

E-Banking-Angebote werden jetzt öfter bemüht

Wie eine Studie aus April 2020 zeigt, ist sowohl bei der telefonischen Kontaktaufnahme als auch beim E-Banking eine Steigerung der Nutzungszahlen in Zeiten der Corona-Pandemie zu verzeichnen. Das Institut für Finanzdienstleistungen (IFZ) der Hochschule Luzern hat dazu zusammen mit der Unternehmensberatung zeb eine Umfrage durchgeführt, für die neun Grossbanken, Retailbanken und Kantonalbanken Daten zur Verfügung stellten.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass der Griff zum Telefon nach wie vor die beliebteste Form der Kontaktaufnahme ist und während des Lockdowns noch wesentlich zugenommen hat. In den Kalenderwochen 1 bis 10 stieg das Anrufaufkommen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur leicht an, nahm dann aber während der Anti-Pandemie-Massnahmen signifikant zu: Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die Banken in den Kalenderwochen 11 bis 14 bei den Kundenanrufen ein Plus von etwa 25 Prozent.

Das E-Banking hat eine ähnliche Tendenz zu verzeichnen: Auch hier stieg die Nutzung in den Kalenderwochen 11 bis 14 um zirka 25 Prozent an. In den Wochen davor waren es noch etwa zehn Prozent. Gezählt wurde die Anzahl an Logins. Die zehn Prozentpunkte spiegeln das generelle Wachstum des E-Bankings wider.

Beim Mobile Banking haben die Lockdown-Massnahmen weniger Zuwachs erzeugt. Die Nutzung von Mobile-Banking-Anwendungen nahm zwar im Vergleich zum Vorjahr um satte 50 Prozent zu, allerdings nicht aufgrund der COVID-19-Pandemie. Das zeigt sich daran, dass das Wachstum sowohl in den Kalenderwochen 1 bis 10 als auch in den Wochen 11 bis 14 stattgefunden hat, also sowohl vor als auch während der Corona-Krise.

 

Die Finanzwelt ist bereits in den Startlöchern

Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister haben bereits vor dem Corona-Shutdown auf die Digitalisierung mit vielen E-Banking-Angeboten reagiert. So sind die Finanzberater von Swiss Life Select, einer Unternehmenstochter der Swiss Life AG, für ihre Kunden per Videokonferenz erreichbar. Besonders in Zeiten der Corona-Pandemie ist dieser neue Kommunikationskanal besonders sinnvoll.

Kunden von Swiss Life Select können sich auf der Website des Unternehmens über ein Webformular, via Telefon oder per Mail melden, wenn sie eine Videokonferenz wünschen.

Ein Berater setzt sich dann mit ihnen in Verbindung, um alles Weitere in die Wege zu leiten. Handschriftlich unterschriebene Dokumente werden im Anschluss an die Konferenz mit der Post an Swiss Life Select übermittelt, soweit erforderlich.

 

Mobile Anwendungen auf dem Vormarsch

Die Credit Suisse stellt ihren Kunden auf Wunsch eine App zur Verfügung, mit der sie überall auf ihrem Smartphone oder Tablet Bankgeschäfte erledigen können. Zu den Funktionen der «Credit Suisse Direct App» gehören das Einscannen von Rechnungen zum schnellen Bezahlen, Push-Benachrichtigungen sowie eine Watchlist zum Beobachten von wichtigen Wertschriften.

Dabei geht der Trend hin zu immer spezielleren Anwendungen: Mit UBS lässt sich im Rahmen eines Bankpaket-Angebots ein Konto via App eröffnen, und für das sichere Speichern von Passwörtern und Dokumenten stellt die Bank ihren Kunden eine spezielle App zur Verfügung. Eine andere UBS-App wiederum ermöglicht das Bezahlen mit dem Smartphone – in Onlineshops ebenso wie beim Begleichen von Parkgebühren. Zusätzlich kann Geld gesendet oder angefordert werden. Die Smartphone-App funktioniert auch ohne ein Konto bei der UBS.

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