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Die aufstrebende chinesische Suchmaschine

Gepostet: 07.08.2012
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Baidu ist das Google von China. Die Suchmaschine besitzt 80 Prozent der Anteile am chinesischen Markt. Damit besitzt sie ein Quasimonopol und das Geld fliesst wie von alleine, weil der Online-Markt enorm wächst und ein grosser Teil der Werbausgaben in die Suchmaschine fliesst. Derweil baut Baidu seine Präsenz auch in anderen Bereichen aus und ist dabei teilweise schon weiter als Google.

China zählt 1,3 Millarden Einwohner. Doch "lediglich" 500 Millionen haben Zugang zum Internet. Damit besitzt der chinesische Markt ein gewaltiges Wachstumspotential. Der grösste Profiteur davon könnte die Suchmaschine Baidu sein. Denn wer das Internet verwendet, braucht eine Suchmaschine - und da gibt's in China eigentlich nur eine: 80 Prozent Marktanteile besitzt das Unternehmen. Das Geld in Strömen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte Baidu seinen Gesamtumsatz um 83,2 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar steigern. Alleine im vierten Quartal machte das Unternehmen 77 Prozent mehr Umsatz als in der Vorjahresperiode.

Der chinesische IT-Markt wächst
Für diese Rekordgewinne ist vor allem auch der wachsende IT-Markt verantwortlich. Rund 60 bis 70 Prozent des Online-Werbebudgets fliessen in China in Suchmaschinen. Und das Geld wird auch weiterhin fliessen. Der Online-Händler VANCL Technology hat zuletzt angekündigt, alleine in diesem Jahr 80 Millionen Dollar in Online-Werbung zu stecken. Auch andere Firmen kündigten ähnliche Investments an.

Baidu expandiert
Damit das Geld auch in Zukunft noch in Strömen in die Kassen von Baidu fliesst, möchte sich das Suchmaschinenunternehmen nicht einfach nur auf die Werbegelder anderer Firmen verlassen. Baidu hat hierbei vor allem den Mobilfunktmarkt ins Auge gefasst. Wie Google hat auch Baidu ein eigenes Betriebssystem für Smartphones entwickelt. Somit werden die Suchmaschine oder andere Services wie Baidu Maps automatisch auf den Handys installiert. Bereits bei 80 Prozent der Android-Telefone ist Baidu sogar als Standard-Suchmaschine eingerichtet. Der Markt der Mobiltelefone scheint jedoch noch ausbaufähig. Bislang kommen lediglich 15 Prozent der Suchanfragen von mobilen Geräten. Zusammen mit Dell möchte Baidu nun gegen die führenden Hersteller der mobilen Geräte in China, Lenovo und Apple antreten. Ob das Baidu gelingen wird, daran zweifeln Experten momentan noch. Baidus Pendant in Europa und Amerika, Google, ist dabei schon auf bestem Weg. Überhaupt erinnert vieles bei Baidu an die weltgrösste Suchmaschine.
Bloss in einem Punkt ist Baidu Google sogar schon voraus: Der chinesische Suchmaschinengigant hat sich mit der Musikindustrie einigen können und sich die Streaming-Rechte gesichert. Somit erlauben nun Sony, Universal und Warner Baidu Zugriff auf ihre Kataloge. Davon kann Google momentan nur träumen.

Weitere Innovationen angekündigt
Auch wenn vieles bei Baidu noch nicht wirklich innovativ klingt: Es funktioniert und spült Geld in die Kassen. Ausserdem kündigte Robin Li, CEO von Baidu, in einer Pressemitteilung weitere Innovationen an. Dass Baidu auch über die chinesischen Grenzen hinaus gross wird, darf bezweifelt werden. Die zentrale Position in Chinas wachsenden Internetlandschaft wird sich das Unternehmen aber sichern können.

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