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Auswirkungen des Coronavirus auf KMU

Gepostet: 09.04.2020
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In der Schweiz machen die Kleinunternehmen 99% aller Firmen und zwei Drittel der Beschäftigten aus. Diese Unternehmen machen damit den Grossteil der Schweizer Wirtschaft aus. Für die Schweiz wurde im vergangenen Monat bis zum 19. April der Notstand ausgesprochen, was bedeutet, dass alle nicht wesentlichen Geschäfte wie Restaurants, Bars und nicht wesentliche Geschäfte geschlossen werden sollten. Die Grenzen wurden geschlossen und es gibt auch Beschränkungen für öffentliche Versammlungen. Diese Einschränkungen bringen den Einzelhandel, den Tourismus, das Gastgewerbe und das Veranstaltungsmanagement in unmittelbare Gefahr. Kleine Produktionsfirmen, die grössere Unternehmen beliefern, stehen vor Herausforderungen, da die Wirtschaft in den kommenden Monaten einbrechen könnte.


Kurzarbeit – Eine Hoffnung für Mitarbeiter

Kleine Unternehmen setzen auf Kurzarbeit. Diese Kurzarbeit deckt 80% der Mitarbeiterlöhne von Unternehmen ab, die wegen des gesundheitlichen Notstands geschlossen werden. Der Bundesrat beschloss ein Hilfspaket, um die Unternehmen am Leben zu erhalten. Dazu gehören mehrere Milliarden für Kurzarbeit und mehrere Millionen für garantierte Bankkredite. Unternehmen, die beabsichtigen, von der Kurzarbeit zu profitieren, müssen nur noch eine Frist von drei statt zehn Tagen einhalten.

Viele Kantone haben starke Resonanz auf die Hilfe erhalten. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit sagte, dass Zürich in den letzten Tagen rund 8.000 Anfragen im Zusammenhang mit Arbeitsniederlegungen erhalten. Genf sagte, dass es rund 600 Anfragen zur Kurzarbeit vom Unternehmen und etwa 33.000 von besorgten Mitarbeitern erhalten hat. Genf und Basel bieten in zweistelliger Millionenhöhe zur Unterstützung der lokalen Unternehmen an, hauptsächlich in Form von Garantien für Bankkredite.

 

Unterschiedliche Position für Kleinunternehmer und Selbständige

Die Frage, ob Kleinunternehmer und Selbstständige das gesamte Risiko der Unternehmensführung auf sich nehmen und am Ende mit Nichts dastehen, muss angegangen werden. Der Schweizerische Verband der Klein- und Mittelunternehmen drängt darauf, dass die Finanzhilfe auf Selbständige und Inhaber von Kleinstunternehmen ausgeweitet wird. "Es hilft den Arbeitnehmern nicht, wenn ein Kleinstunternehmen in Konkurs geht, weil die Eigentümer über ihre Schulden hinwegkommen müssen. In diesem Fall werden auch Arbeitnehmer, die Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben, ihren Arbeitsplatz verlieren", heisst es darin.

 

Weitere beträchtliche Mittel erforderlich

Tausende von Anfragen zum Kurzarbeitsfonds und anderen Massnahmen wie den Überbrückungskrediten sind beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) eingegangen. Dieses will das Finanzhilfesystem verbessern, um Schlupflöcher zu schliessen, hat aber bisher noch nicht alle Antworten parat.

Die KOF der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) stellt fest, dass das System der finanziellen Unterstützung im gegenwärtigen Klima nicht ausreicht, um die Unternehmen zu schützen. Sie hat die Schaffung eines Notfallkreditfonds in Höhe von 100 Millionen Franken und eine vorübergehende Lockerung der Verpflichtungen für Unternehmen zur Erklärung der Insolvenz gefordert.

 

Corona-Krise bis Ende des Jahres?

Unternehmensführer und Wirtschaftswissenschaftler befürchten, dass ein Paket über CHF 42 Milliarden nicht ausreicht, um Firmen vor dem Konkurs zu retten. Der Staat könnte mit einer dreimal höheren Summe rechnen müssen, wenn die Krise bis Ende des Jahres andauert. Weitere Milliarden können nötig sein, um die Schweizer Unternehmen zu retten. Das Schweizerische Wirtschaftsinstitut KOF hat bereits einen Fond von CHF 100 Milliarden gefordert. Er sagt, dass dieser Fonds nicht gegen die Schweizerische Schuldenbremse-Regelung zur Eindämmung der Staatsverschuldung verstossen wird.

 

Quelle : https://www.cnnmoney.ch/shows/big-picture/videos/small-businesses-switch-survival-mode-amid-coronavirus

https://www.swissinfo.ch/eng/fight-to-survive_coronavirus-fallout-threatens-existence-of-small-companies/45625050

https://www.swissinfo.ch/eng/business/coronavirus-economy_further-billions-may-be-needed-to-save-swiss-companies/45634956

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